Interview mit Mersiha Wiesemann

Als Mitarbeiterin in der Kinderbetreuung begleitet Mersiha Wiesemann Kinder und Jugendliche durch den Tag und förderst sie in ihrer persönlichen Entwicklung. Ihr Ziel ist es, den Kindern einen positiven Alltag zu ermöglichen und ihnen die Grundlagen des deutschen Kindergartens und Schulsystems näherzubringen. Denn: Geflüchtete haben ganz eigene Biografien und Herausforderungen.

Für Mersiha bedeutet Nähe bei den Malteser Werken "Weil ein Lächeln zählt". 

Was sie damit meint, und wie sie ein Lächeln in ihrem Arbeitsalltag nutzt, erfahren Sie im folgenden Video und Interview!

 

Hallo, Mersiha!

Wie unterscheidet sich deine Arbeit in der Kinderspielstube von der in einem klassischen Kindergarten?

Mersiha: (lacht) Da gibt es einige Unterschiede. Einer der größten ist wohl die Altersspanne der Kinder. Wir haben pro Tag zwei Gruppen für die kleineren Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren und nochmal zwei Gruppen für die Schulkinder zwischen acht und 14 Jahren.

Im Vordergrund stehen dabei verschiedene Aktivitäten wie basteln, malen, musikalische Früherziehung oder Sport. Die Älteren, die oft schon schreiben und teilweise Englisch sprechen können, versuchen wir mit kleinen Übungen und Aufgaben (spielerisch) auf die Schule vorzubereiten. Ein weiterer Unterschied ist die Betreuungsdauer. Die Kinder sind meistens nur ein paar Wochen oder Monate bei uns in der Einrichtung. Deshalb ist es uns wichtig, dass alle erstmal bei uns ankommen, sich austoben und spielen können.

Du hast es gerade schon einmal angesprochen: Die Kinder, die du betreust, sprechen in der Regel erstmal kein Deutsch. Wie beeinflusst das deinen Arbeitsalltag? 

Mersiha: Ja, die Sprache ist im ersten Moment eine Herausforderung. Für den ersten Kontakt ist daher vor allem die eigene Körpersprache, Mimik und Gestik ganz wichtig. Wenn wir die Kinder mit einem Lächeln empfangen, dann fühlen sie sich bei uns schnell wohl und willkommen. In der Regel kenne ich auch einige Wörter aus der jeweiligen Sprache und kann mich so verständigen.

Unsere Aktivitäten mit den Kindern sind so ausgelegt, dass wir ihnen spielerisch die deutsche Sprache näherbringen, sei es über gemeinsame Morgenrunden oder gemeinsames Musizieren, sodass sie uns nach kurzer Zeit auch schon verstehen. Die Kinder lernen wirklich schnell und es macht total Spaß, ihnen dabei zuzugucken. Es macht mich wirklich stolz, das zu sehen.

Und wie funktioniert die Zusammenarbeit/Kommunikation mit den Eltern? Stehst du da vor ähnlichen Herausforderungen?

Mersiha: Viele sprechen Englisch, was die Kommunikation erleichtert. Für uns ist es wichtig, vor allem die Eltern der kleinen Kinder in unsere Aktivitäten mit einzubeziehen.

Dann sitzen wir beispielsweise alle in einem Stuhlkreis und machen gemeinsam Musik, singen oder spielen etwas. Diese gemeinsame Zeit ist nicht nur für die Eltern und ihre Kinder wichtig, sondern auch für uns, denn so lernen wir alle viel besser kennen und fördern die Gemeinschaft. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass so auch die Eltern von Anfang an einige deutsche Wörter lernen. 

Was, würdest du sagen, muss man mitbringen, um diesen Job machen zu können? 

Mersiha: Als Erstes muss man einfach Spaß an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus den unterschiedlichsten Kulturen haben. Die Sprachbarriere ist am Anfang etwas Neues, aber mit einem gewissen Maß an Eigeninitiative hat man sich schnell in die verschiedenen Sprachen eingefunden und sie in den Alltag integriert.

Zudem sollte man teamfähig sein, da wir sowohl die Planung als auch die Durchführung aller Aktivitäten immer gemeinsam im Team machen. Da die Teilnahme an der Spielgruppe freiwillig ist, sehen wir oft erst am Tagesbeginn, welche Kinder zu uns kommen. Da ist immer auch ein gewisses Maß an Flexibilität und Intuition gefragt, was die Gestaltung der Tagesaktivitäten angeht. Wir möchten, dass sich die Kinder bei uns wohlfühlen und öffnen können, daher ist Empathie und Einfühlungsvermögen sehr wichtig. Das Gesamtpaket muss einfach stimmen und das muss vor allem herzlich und offen sein.

 

Vielen Dank für Deine Zeit, Mersiha!

 

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 Laura Paulke

Laura Paulke

Referentin Recruiting und Personalentwicklung


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