Wofür wir stehen
Malteser Spirit
Glauben und Helfen
„Glauben und Helfen“ gehört seit mehr als 950 Jahren zum Selbstverständnis der Malteser. Was mit der Versorgung von Pilgern, Kranken und Bedürftigen begann, ist bis heute unser Auftrag: Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder persönlichen Lebenssituation mit Würde und Aufmerksamkeit zu begegnen.
An unseren Schulen und in unseren Ganztagsangeboten übersetzen wir diesen Grundsatz in die Lebenswelt junger Menschen. Dabei verstehen wir unser katholisches Profil als Einladung: zum Nachdenken und Hinterfragen, zum Glauben und zum Miteinander – auch mit Menschen anderer Konfessionen und Religionen.
Haltung zeigen
Freundlich, engagiert und bereit, sich anzustrengen
Wir glauben: Jeder Mensch ist gewollt, einzigartig, wertvoll und mit unveräußerlicher Würde ausgestattet. Unser christliches Menschenbild prägt nicht nur besondere Angebote oder Veranstaltungen. Es bestimmt vor allem, wie wir einander im Schulalltag begegnen.
Wir möchten Kinder und Jugendliche zugewandt und kompetent begleiten und eine professionelle, individuelle Lernbeziehung gestalten. Persönliche Herausforderungen und Sorgen sollen dabei ebenso wahrgenommen werden wie Erfolge, Fähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten. Drei Haltungen sind für uns dabei besonders wichtig:
Freundlichkeit
Freundlichkeit ist für uns keine Nebensache, sondern eine soziale Stärke. Wer anderen offen und respektvoll begegnet, schafft Vertrauen und ermöglicht Zusammenarbeit. Deshalb erwarten und fördern wir einen freundlichen Umgang miteinander – zwischen Schülerinnen und Schülern ebenso wie zwischen Mitarbeitenden, Eltern und allen anderen Menschen, die unsere Schulen mitgestalten.
Anstrengungsbereitschaft
Lernen und persönliche Entwicklung brauchen Anstrengung. Wir ermutigen junge Menschen, Herausforderungen anzunehmen, dranzubleiben und ihre Möglichkeiten auszuschöpfen. Leistung verstehen wir dabei nicht als Selbstzweck. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln und Verantwortung für den eigenen Lernweg zu übernehmen. Diese Bereitschaft nehmen wir wahr und bringen ihr Wertschätzung entgegen.
Engagement für andere
Sich für andere einzusetzen, gehört zum Selbstverständnis der Malteser. Junge Menschen erfahren, dass sie ihre Fähigkeiten nicht nur für sich selbst einsetzen können, sondern damit auch Gemeinschaft und Gesellschaft mitgestalten. Ob im Schulalltag, bei sozialen Projekten oder im freiwilligen Engagement: Wir schaffen Gelegenheiten, Verantwortung zu übernehmen und zu erleben, dass das eigene Handeln einen Unterschied machen kann.
Gemeinschaft erleben
Schule miteinander gestalten
Gute Schule entsteht nicht allein im Klassenzimmer. Schülerinnen und Schüler, Mitarbeitende, Eltern, Schulleitungen, Ganztag, Träger und viele weitere Beteiligte tragen gemeinsam dazu bei.
Als Träger von mehreren Schulen und Ganztagsangeboten können wir dabei etwas ermöglichen, das über den einzelnen Standort hinausgeht: Wir verbinden Menschen, Erfahrungen und Kompetenzen.
Gemeinschaft bedeutet für uns deshalb nicht einfach, „zusammenzugehören“. Sie bedeutet, Verantwortung zu teilen, voneinander zu lernen und die unterschiedlichen Möglichkeiten vieler Menschen für gute Schule zusammenzubringen.
Wie wir gute Schule gestalten
Talente entdecken und entwickeln
Jeder junge Mensch bringt eigene Fähigkeiten, Interessen und Begabungen mit. Nicht alle sind auf den ersten Blick sichtbar – und nicht alle zeigen sich in Noten. Deshalb verstehen wir uns als Talentsuchende: Wir schauen genau hin, geben Rückmeldung und ermutigen Schülerinnen und Schüler, ihre Potenziale zu entdecken und weiterzuentwickeln.
Potenziale erkennen und sichtbar machen
Eine wichtige Grundlage dafür ist die persönliche Lernbeziehung zwischen Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrkräften. Förderung braucht geplante Angebote, sie entsteht aber auch im Alltag: durch genaues Beobachten, ein Gespräch oder eine Rückmeldung im richtigen Moment.
Ehemalige Schülerinnen und Schüler erinnern sich beispielsweise an Hinweise auf ihr Schreibtalent, die später zur Berufswahl als Journalistin beitrugen. An die Ermutigung, eine musikalische Begabung weiterzuverfolgen oder an eine Projektwoche, in der durch den Bau einer Rakete erstmals das eigene Interesse an technischen Aufgaben sichtbar wurde. Solche Momente lassen sich nicht planen. Wir können aber eine Schulkultur schaffen, in der Erwachsene aufmerksam hinschauen, Potenziale ansprechen und jungen Menschen etwas zutrauen.
Sicher und gut begleitet
Lernen gelingt besser, wenn junge Menschen sich angenommen und sicher fühlen. Schule ist gleichzeitig ein Ort, an dem persönliche Krisen, Konflikte oder belastende Lebenssituationen sichtbar werden können.
Deshalb verstehen wir Unterstützung nicht als etwas, das erst beginnt, wenn ein Problem eskaliert. Beratung, psychosoziale Begleitung, Prävention und Schutz gehören für uns zu guter Schule. Auf Grundlage unseres christlichen Menschenbildes begegnen wir jedem Menschen mit Achtung und fördern eine Kultur der Achtsamkeit, in der die Würde und die individuellen Bedürfnisse aller Beteiligten im Mittelpunkt stehen.
Unterstützung, wenn sie gebraucht wird
An unseren Schulen gibt es unterschiedliche Anlaufstellen für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Mitarbeitende.
Vertrauenspersonen, Schulpastoral, Beratungsteams und Schulpsychologie arbeiten mit unterschiedlichen fachlichen Perspektiven, aber einem gemeinsamen Ziel: aufmerksam zuhören, Orientierung geben und bei Bedarf weitere Unterstützung vermitteln.
So können Schülerinnen und Schüler je nach Situation die Ansprechperson finden, die zu ihrem Anliegen passt.
Was uns als Schulträgerin auszeichnet
Qualität systematisch entwickeln
Gute Schule hat viele Dimensionen. Sie zeigt sich in gutem Unterricht und pädagogischen Konzepten ebenso wie in individueller Beratung, einem vielfältigen Schulleben, verlässlicher Organisation, guten Arbeitsbedingungen und der Begleitung junger Menschen auf dem Weg zu anerkannten Schulabschlüssen.
Als Trägerin sehen wir unsere Aufgabe darin, dafür nicht nur gute Voraussetzungen zu schaffen, sondern Qualität gemeinsam mit unseren Schulen und Ganztagsangeboten kontinuierlich zu überprüfen und weiterzuentwickeln.
Bildungswege erfolgreich begleiten
Neben diesen qualitativen Verfahren betrachten wir auch die Bildungswege unserer Schülerinnen und Schüler.
95–98 Prozent unserer Schülerinnen und Schüler bleiben über neun Jahre an unseren Schulen und erreichen dort die allgemeine Hochschulreife.
Auch die Ergebnisse im Abitur geben uns wichtige Hinweise: In den Schuljahren 2021/22 bis 2024/25 lag die Abitur-Durchfallquote an allen drei Malteser Schulen jeweils unter dem Landesdurchschnitt Nordrhein-Westfalens.
Diese Ergebnisse betrachten wir nicht isoliert. Gemeinsam mit Rückmeldungen aus Qualitätsanalysen, Erfahrungen aus dem Schulalltag und weiteren Indikatoren helfen sie uns einzuschätzen, wo unsere Arbeit trägt und wo weitere Entwicklung notwendig ist.
Verlässliche Trägerschaft
Qualität braucht verlässliche organisatorische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Als Trägerin übernehmen die Malteser Werke Verantwortung dafür, dass unsere Schulen und Ganztagsangebote langfristig planen und sich zugleich weiterentwickeln können.
Wirtschaftlichkeit ist dabei kein Selbstzweck. Sie schafft Stabilität – und dort, wo es möglich und sinnvoll ist, zusätzliche Handlungsspielräume für gute Bildung und Betreuung.
Verlässliche Trägerschaft bedeutet für uns deshalb: wirtschaftliche Stabilität schaffen, fachliche Unterstützung bereitstellen und zusätzliche Möglichkeiten dort eröffnen, wo sie für gute Schule gebraucht werden.
Zukunftsfähigkeit
Schule gemeinsam weiterentwickeln
Schule verändert sich und mit ihr die Anforderungen an diejenigen, die Verantwortung für Schule tragen. Gesellschaftliche Entwicklungen, veränderte Bildungsanforderungen und religiöse Lebenswelten stellen uns immer wieder vor die Frage, was gute Schule heute und in Zukunft braucht.
Wir als Trägerin verstehen Schulentwicklung deshalb als kontinuierliche Aufgabe. Dafür schaffen wir Strukturen, in denen unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen, stärken unsere Schulleitungen und entwickeln gemeinsam mit den Menschen vor Ort Antworten, die zur jeweiligen Schule passen.
Schulentwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven
Was eine Schule für ihre weitere Entwicklung braucht, lässt sich nicht allein aus der Perspektive der Trägerin beantworten. Deshalb gibt es an unseren Schulen unterschiedlich zusammengesetzte Schulentwicklungsgruppen und Dialogformate.
Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern und Schulleitungen bringen dort ihre jeweiligen Erfahrungen und Perspektiven ein und beschäftigen sich gemeinsam mit der Frage: Was braucht unsere Schule in ihrer aktuellen Situation, um sich weiterzuentwickeln?
Dabei geht es nicht nur um pädagogische und organisatorische Themen. Auch unser katholisches Profil ist Teil dieser Entwicklung: Was bedeutet es heute, katholische Schule zu sein? Wie kann „Glauben und Helfen“ für junge Menschen im Schulalltag erfahrbar bleiben? Diese Fragen stellen wir immer wieder neu.
Zukunftsfähigkeit bedeutet für uns damit nicht, jeder Veränderung hinterherzulaufen. Sie bedeutet, Strukturen zu schaffen, in denen wir Entwicklungen früh wahrnehmen, unterschiedliche Perspektiven einbeziehen und gemeinsam entscheiden können, was unsere Schulen für die Zukunft brauchen.