Rom*nja Support Projekt Mecklenburg-Vorpommern

Vertrauen schaffen. Teilhabe ermöglichen. Zukunft gestalten.

Teilhabe beginnt dort, wo Menschen sich gesehen, verstanden und ernst genommen fühlen. Mit dem Rom*nja Support Projekt begleiten wir Rom*nja-Familien in Mecklenburg-Vorpommern dabei, Zugänge zu Bildung, Gesundheit und gesellschaftlicher Teilhabe zu finden.

Unser Ansatz setzt dabei bewusst vor der eigentlichen Unterstützungsleistung an: beim Aufbau von Vertrauen. Durch verlässliche Beziehungen, Begegnung auf Augenhöhe und Angebote, die sich an den tatsächlichen Lebensrealitäten der Menschen orientieren, entstehen neue Perspektiven – für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Seit März 2024 erreichen wir mit dem Projekt rund 350 Menschen.

Warum es einen anderen Ansatz braucht

Mit Beginn des Ukrainekriegs kamen viele Rom*nja-Familien in die Gemeinschaftsunterkünfte der Malteser Werke. Schnell zeigte sich: Die bestehenden Unterstützungsangebote allein reichen nicht aus.

Viele Familien haben über Generationen Ausgrenzung erfahren und nur eingeschränkten Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und gesellschaftlicher Teilhabe gehabt. Fehlende Erfahrungen mit staatlichen Institutionen und großes Misstrauen erschweren zusätzlich den Zugang zu bestehenden Angeboten.

Das führte zu Herausforderungen auf vielen Seiten: bei den Familien selbst, bei Mitarbeitenden, Schulen, Behörden, medizinischen Einrichtungen und im Umfeld der Unterkünfte.

Für uns wurde deutlich: Es braucht einen Ansatz, der die Lebensrealitäten der Menschen versteht, Vertrauen aufbaut und von dort aus Zugänge schafft.

Beziehung kommt vor Maßnahme

„Egal, was ihr tut: Ihr müsst zuerst ihr Vertrauen gewinnen. Alles andere kommt danach.“

Diesen Rat erhielten wir von Kolleg*innen der Malteser in Rumänien, die seit mehr als 15 Jahren mit Rom*nja-Communities arbeiten. Er wurde zum Leitgedanken unseres Projekts.

Während Unterstützungsangebote häufig mit Maßnahmen, Regeln oder Erwartungen beginnen, beginnen wir mit Beziehung. Unsere Mitarbeitenden lernen die Menschen kennen, hören zu und entwickeln gemeinsam mit ihnen die Unterstützung, die tatsächlich gebraucht wird.

Denn erst wenn Vertrauen entsteht, können Bildungs-, Gesundheits- und Integrationsangebote nachhaltig wirken.

Was wir konkret tun

Unser Projekt verbindet Beziehungsarbeit mit konkreter Unterstützung im Alltag.

Dabei geht es nicht darum, ein festes Programm abzuarbeiten. Die Angebote entwickeln sich aus den Bedarfen der Menschen und ihrem Lebensumfeld.

Was sich verändert

Wirkung zeigt sich nicht nur in großen Zahlen. Sie zeigt sich auch darin, wie sich Alltag verändert.

Bereits wenige Monate nach Projektstart gingen Konflikte und Vorfallsmeldungen im Umfeld der Einrichtung spürbar zurück. Schulen, Netzwerkpartner und Polizei berichteten von positiven Entwicklungen und einer besseren Zusammenarbeit.

Auch im Alltag der Familien beobachten wir Veränderungen: Eltern unterstützen zunehmend den Schulbesuch ihrer Kinder. Erwachsene nutzen selbst Möglichkeiten, Lesen und Schreiben zu lernen. Gesundheitsangebote werden häufiger wahrgenommen und Termine zuverlässiger eingehalten.

Besonders bei Kindern zeigt sich, was verlässliche Beziehungen bewirken können. Sie erleben Orte, Angebote und Bezugspersonen, die bleiben. Aus dieser Erfahrung wachsen Vertrauen, Verantwortungsgefühl und ein neues Verständnis von Gemeinschaft.

Aus Vertrauen entstehen Zugänge. Aus Zugängen entstehen Chancen.

Was unseren Ansatz auszeichnet

Die einzelnen Angebote des Projekts sind nicht das Besondere. Entscheidend ist die Haltung, mit der sie entstehen.

Ein Ansatz, der weiterwirken soll

Unser Ziel reicht über die unmittelbare Unterstützung hinaus.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die heute durch das Projekt gestärkt werden, können perspektivisch selbst zu Brückenbauer*innen werden. Wissen, Erfahrungen und Vertrauen können innerhalb der Community weitergegeben werden. So können Menschen zukünftig selbst als Multiplikator*innen Orientierung geben und andere Familien unterstützen.

Gleichzeitig zeigt unsere Erfahrung: Die Grundidee des Projekts ist übertragbar.

Überall dort, wo klassische Unterstützungsangebote Menschen nur schwer erreichen, kann es helfen, Beziehung vor Maßnahme zu stellen. Gerade in Gemeinschaftsunterkünften erleben wir, wie sich das Zusammenleben verändert, wenn Menschen nicht nur kurzfristig versorgt, sondern kontinuierlich begleitet werden.

Aktuell prüfen wir deshalb auch, wie sich unsere Erfahrungen außerhalb von Gemeinschaftsunterkünften einsetzen lassen – beispielsweise in aufsuchenden Ansätzen für Rom*nja-Communities in Kommunen.

Unsere Erfahrungen für Ihre Praxis

Seit Projektbeginn haben wir gemeinsam mit Kolleg*innen aus der Rom*nja-Community wertvolle fachliche und praktische Expertise aufgebaut.

Diese Erfahrungen teilen wir mit Kommunen, Behörden, Trägern und Einrichtungen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen oder eigene Ansätze entwickeln möchten.

Dabei geht es nicht darum, ein fertiges Konzept einfach auf einen anderen Ort zu übertragen. Gemeinsam schauen wir darauf, welche Herausforderungen bestehen, welche Strukturen bereits vorhanden sind und wie Vertrauen, Beteiligung und tragfähige Zugänge vor Ort entstehen können.

Sie beschäftigen ähnliche Fragen in Ihrer Kommune oder Einrichtung? Sprechen Sie mit uns.

 Charleen Brügmann

Charleen Brügmann

Regionalleitung Migration Mecklenburg-Vorpommern & Berlin/Brandenburg


charleen.bruegmann@malteser.org
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 Christian Schapat

Christian Schapat

Regionalleitung Migration Mecklenburg-Vorpommern & Berlin/Brandenburg


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 Georg Manzke

Georg Manzke

Stellv. Regionalleitung Migration Mecklenburg-Vorpommern & Berlin/Brandenburg


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